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| In Listrup verliebt - Auswärtige vom Dorf begeistert (LT vom 01.08.2009) |
Zugegeben, Listrup ist nicht der Nabel der
Welt, es hat kein Theater, kein Kino und nicht mal eine eigene" Schule. Unsere
Kinder fahren den langen Weg zum Kindergarten und zur Schule mit dem Bus, und
unsere Arbeitsplätze erreichen wir zumeist nur mit dem Auto. Aber dem stehen
auch deutliche Vorteile der ländlichen Wohnlage gegenüber, die den Listrupern so
fiel bedeuten, dass sie nicht im Traum daran denken, mit den Großstädtern zu
tauschen.
Viele Listruper wissen von ihren Vorfahren, dass diese seit Jahrhunderten in
diesem Dorf ansässig waren. Immerhin ist Listrup im Jahre 890, also vor 1119
Jahren, erstmals urkundlich erwähnt worden.
Aber wie zahlreiche Funde von steinzeitlichen Geräten, Werkzeugen und Grabhügeln
belege, reicht die Besiedlung des Emstals bei Listrup noch viel weiter bis in
das vierte Jahrtausend vor Christi Geburt zurück.
Diese lange Geschichte schafft Identität. Wenn dann die Rahmenbedingungen noch
stimmen, gibt es für viele junge Listruper keinen Grund wegzuziehen. Im
Gegenteil, seit 1990 ist die Einwohnerzahl von 422 auf 565 gestiegen. Seither
sind in drei Baugebieten 65 Bauplätze verkauft worden.
Aber nicht nur bei der Listruper Jugend sind die Bauplätze begehrt. Eine der
bemerkenswertesten Neuansiedlungen kam aus Baden-Württemberg. Die Ehefrau
arbeitete seinerzeit in Gelsenkirchen, ihr Mann in Hamburg. Beide reisten auf
der Suche nach einem passenden Wohnort durch Norddeutschland. Dabei kamen sie
auch nach Listrup und verliebten sich in das Dorf an der Ems. Hier bauten sie
ihr Haus und verlegten zwischenzeitlich den vom Vater übernommenen Betrieb von
Baden-Württemberg nach Emsbüren. Statt in Gelsenkirchen und Hamburg, arbeiten
beide jetzt in Emsbüren.
In der Tat, Listrup ist zum Verlieben. Der idyllische Ortskern wird geprägt von
der Dorfkirche, dem hübschen „Alten Gasthaus Schröer" und weiteren
ausdrucksstarken Gebäuden. Gepflegte Bauernhöfe, umgeben von alten Eichen,
locken in immer stärkerem Maße Touristen zu einem Urlaub auf dem Lande. Und dann
die Ems: Fast 10 km schlängelt sie sich gemächlich durch Listrup, eingebettet in
grüne Wiesen und Wälder. In beschaulicher Ruhe lässt es sich gemütlich Rad
fahren und auf kürzeren oder längeren Wanderungen Flora und Fauna beobachten.
Die Listruper haben zunehmend das Gefühl, da wohnen zu dürfen, wo andere gern
Urlaub machen. Das trägt dann vielleicht auch zu einer bemerkenswerten
Gastfreundlichkeit bei. In diesem Sinne ist vor 5 Jahren die zwischenzeitlich
bei Radwanderern weithin bekannte „Kamphook-Hütte" entstanden. Vollständig in
Eigenleistung hat die Nachbarschaft des Kamphook die Fachwerkhütte aus alten
Baumaterialien errichtet, womit sie sich selbst einen Treffpunkt und
Radwanderern einen beliebten Rastplatz geschaffen hat. Neben der Hütte wartet
auf den durstigen Wanderer in einem wassergekühlten Becken eine Auswahl an
Getränken von Mineralwasser bis zum Bier.
Die Listruper sind eingebunden in ein aktives Gemeinschafts- und Vereinsleben.
Nahezu alle, nämlich 480, sind Mitglied im Sportverein SV Listrup. Von den
Mini-Kickern bis zu den alten Herren, Jungen wie Mädchen, spielen in elf
Mannschaften aktiv Fußball. Zwei Tennisplätze, umgeben von Wald und Wiesen,
werden gern genutzt. Die Sportkegler sind gerade in die Verbandsliga
Niedersachsen aufgestiegen. Hinzu kommen Schützenverein, Kolping, Landjugend und
kfd.
In Listrup kennt fast ausnahmslos jeder jeden. Das kann nur selten von Nachteil
sein. In der Regel wird dies von den Listrupern als ein großes Glück empfunden.
Man weiß, man steht nicht allein. Wenn man Hilfe braucht, bekommt man sie
selbstverständlich, ohne groß betteln zu müssen. In diesem Umfeld sehen die
Listruper ihre Kinder gern aufwachsen, auch wenn sie dabei in Kauf nehmen
müssen, dass der Schulweg etwas länger ist und es schwierig ist, jeden Abend ins
Theater oder Kino zu kommen. Ortsteil Listrup in der Gemeinde Emsbüren,
Einwohner: 605